Eine Ode an Legitimation durch Verfahren

Wie anders, so könnte man sich fragen, sollen komplizierte Entscheidungen, an denen unzählige Stimmen, Standpunkte und darüber hinaus natürlich auch Personen beteiligt sind, getroffen werden, denn durch Diskurs oder Disput?

Wie anders, so könnte man sich auch weiter fragen, können solche Entscheidungen, die ein Gros an Kollektiven bindend oder zumindest einschneidend beeinflussend betrifft, eine solch imperative Wirkung entfalten, denn innerhalb von mehrheitlich legitimiert auserkorenen Organisationen?

Und wie anders, so könnte man sich abschließend noch fragen, kann eine Gesellschaft strukturiert sein, um solche Organisationen sich herausbilden zu lassen, denn liberal-emanzipiert und demokratisch?

Eine sinnvolle Antwort hierauf zu finden ist schwer. Man kann es jedoch mit Vorschlägen und quergedachten rückwärtsaufrollenden Alternativen versuchen, die nicht direkt auf der Hand liegen. Doch hierzu bedarf es zuerst einer Erläuterung der von mir vermuteten, meist nicht bemerkten Schwachstellen dieser drei elementaren gesellschaftlichen Einrichtungen:

Ein Diskurs hat in der Regel hegemoniale und dadurch zumeist auch auf Stimmen begrenzte Strukturen, die nicht jede Person daran teilhaben lassen und zudem auf eine Konsensbildung hin ausgerichtet sind. Kollektiv bindende Konsensentscheidungen werden in aller Regel durch gewählte Politiker getroffen, die solche Entscheidungen ans sogenannte Volk bzw. an die Bürger kommunizieren. Die Einigungsfindung oder zumindest das pragmatisch handhabbare, für weitere Operationen offene Ergebnis jener Diskurse stellt zumeist also eine Top-Down Hierarchie dar, an der nur sehr vereinzelt legitime Stimmen partizipieren. Die Entscheidung selbst entsteht zwar auf zumindest formell liberal-demokratischen Wegen, jene diesen Zusammenschlüssen zugehörigen Personen sind jedoch vereinzelte, minimale Repräsentanten.

Diese Repräsentanten leiten direkt zu Punkt 2 über: die mehrheitlich legitimiert auserkorenen Organisationsmitglieder sprich: zumeist Politiker, die an solch geführten Diskursen maßgeblich beteiligt sind. Konstitutives Merkmal einer repräsentativen Demokratie ist nun mal eine gewählte Personengruppe, die über andere entscheidet. Die – um es eindringlicher zu formulieren – die Entscheidungsgewalt als alleiniger Träger in Form von Stimmrechten besitzt, über uns andere zu entscheiden. Ein sich mir offenbarendes Problem dieser repräsentativ-begrenzt und sehr exklusiv gehaltenen ‚Entscheidungsrunden‘ zeigt sich nun in modernen global zusammenwachsenden nationsäquivalenten Zusammenschlüssen sämtlicher Territorialregionen der Welt immer stärker. Jene Zusammenschlüsse nehmen nämlich Überhand: Wählt man nun im Folgenden eine territorial eurozentrierte Argumentationsweise, so wird leicht ersichtlich, dass neben Bundespolitischen Entscheidungen auch solche Entscheidungen konsensual verhandelt werden müssen, die jenen nationalbezogenen überlagert, zumindest quergelagert scheinen. Die Bundesregierung verhandelt nebst des Europäischen Rats, sowie Parlaments, der Nato, der UNO, sowie dem GATT neben- oder durcheinander. Auf allen diesen Ebenen müssen tagtäglich Entscheidungen gefällt werden, die aufgrund steigender Komplexität sämtlichen Sozialens gleichfalls an Komplexität zunehmen.

[In Progress]

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