Entscheidungen als Urmoment von Veränderung

Die Frage jeglicher Kritik, die Ausrede jeglichen Nicht-anders-habe-handeln-könnens, das Statement eines jeden Weiter-sos liegt genuin verhaftet in einer Handlungsabfolge eigenen Entscheidens. Dieser Überlegung folgend kann davon ausgegangen werden, dass die Entscheidung die Wurzel von Veränderung und positiv konnotiert gar Verbesserung darstellt. Wie lässt sich dies begründen und damit handlungs- und erfolgreich umsetzen?

Rechnet man soziostrukturelle wie beispielsweise ökonomische, soziale und kulturelle Ressourcen sowie individuell handlungsbedingende Faktoren wie Motivation, Stimmung, Einstellung oder Erwartung aus einer individuellen Handlung heraus dann bleibt die schlicht-konkrete Handlung übrig, die nun näher betrachtet werden kann. Ausgehend davon, dass das direkt beobachtbare Moment dieser Handlung nun aus einer einzelnen Kommunikation besteht, die hierbei von einer Person zur anderen getätigt wird, kann man diese Kommunikation als Ausgangspunkt der fortlaufenden Geschichte bezeichnen. Geschichte stellt demzufolge eine schiere Aneinanderreihung von diesen getätigten bzw. vollzogenen Kommunikationen dar, die in der je ständigen Verantwortung der diese Kommunikation ausübenden Person liegen. Anders ausgedrückt kann man von der je in Echtzeit ablaufenden Geschichtsschreibung sprechen, für die eine jede Person selbst verantwortlich gezeichnet werden kann.

Die Entscheidung ist hiernach also der zentrale Dreh- und Angelpunkt von Veränderung und kann auch dementsprechend aktiv gestaltet werden. Ist einem dieser Umstand erstmal bewusst, wird einem die ganze Tragweite dieses Umstands deutlich: Mit jedem Moment der Handlung oder besser gesagt mit jedem Moment einer jeden getätigten Kommunikation setzen wir ein dafür oder dagegen, ein „mir egal“ oder ein „nein, so nicht„. Und das jeden Tag, jede Minute und jede Sekunde, in der wir mit jemanden kommunizieren, in der wir uns zu etwas positionieren.

Doch diese trivial anmutende Einsicht scheint einem Großteil an handelnden Individuen auf merkwürdige Weise irgendwie abhanden gekommen oder schlimmer garnicht wirklich jemals bewusst gewesen zu sein. Es wird blind dahinvegetiert, es werden Anweisungen und für selbstverständlich gehaltene Routinen ausgeführt, die sich der bewusst-reflexiven Abwägung schnell und auf dauer zu entziehen scheinen. Und wem ist dieser Umstand des sich mit etwas abgeben nicht bekannt? Schnell erwischt man sich selbst dabei, wie man sich einen ausgelieferten Zustand bzw. Umstand zuschreibt und als bahre Münze versucht zu verkaufen. Und gerade hierbei scheinen die allermeisten recht erfolgreich zu sein: Annehmen, dass das eingespielte Verhalten zwischen mir und Person X festgeschrieben und unabänderlich ist. Denken, dass ich mein Ziel sportlicher zu sein /zu werden, gesünder / nachhaltiger zu leben, mich mehr zu bilden oder mehr zu entspannen / zu genießen einfach nicht hinhaut, weil es nicht geht. Im Beruf festzusitzen und meinen, es werde konsequent in dieser Weise weitergehen (müssen).

Wie diesem ganzen entkommen? Ich denke, dass sich die Antwort auf diese Frage aus dem oben Dargestellten direkt ersichtlich ergibt. Die Bewusstwerdung steht an erster Stelle. Sei dir bewusst, dass die erfahrbare und lebbare Welt aus einem Mikrokosmos von Entscheidungen besteht, die jede einzelne Person eigenhändig gefällt hat. Sei dir weiter darüber bewusst, dass an jedem Weg der Kommunikation die entsprechende Entscheidungsalternative auch vorhanden ist. Heißt du kannst so oder anders agieren: Es hinnehmen und so weiter machen, es verändern und evtl. sogar besser machen oder einfach in einem ersten rein reflexiven Schritt erstmal das Vorhandene und Gegebene überdenken. Und dir dabei zugleich der Auch-anders-Möglichkeit bewusst werden. Gleichzeitig kannst du in einem zweiten Schritt die Selbstwirksamkeit wahrnehmen, die in Dir selbst verortet ist und auf deine Aktivierung wartet. Du hast es in der Hand. Du bist ein wesentlicher Teil – so wie jeder andere auch – der am Aufbau von Gesellschaft beteiligt ist und wirkst dabei gleichsam vermittelt über den Mikrokosmos, der durch Entscheidungen konstituiert ist. Nicht mehr und nicht weniger bezeichnet man landläufig als geschriebene Geschichte. Der ideelle Unterscheid besteht jedoch nun darin, dass du dir darüber bewusst bist, dass du ein Autor unter vielen bist, der sie schrieb, diese unsere Geschichte.

Es scheint zugleich so einfach, wie die Luft einzuatmen ist und doch so unsichtbar, wie selbige daherkommt.

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Ein Gedanke zu “Entscheidungen als Urmoment von Veränderung

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