Entscheidungen als Urmoment von Veränderung

Die Frage jeglicher Kritik, die Ausrede jeglichen Nicht-anders-habe-handeln-könnens, das Statement eines jeden Weiter-sos liegt genuin verhaftet in einer Handlungsabfolge eigenen Entscheidens. Dieser Überlegung folgend kann davon ausgegangen werden, dass die Entscheidung die Wurzel von Veränderung und positiv konnotiert gar Verbesserung darstellt. Wie lässt sich dies begründen und damit handlungs- und erfolgreich umsetzen?

Rechnet man soziostrukturelle wie beispielsweise ökonomische, soziale und kulturelle Ressourcen sowie individuell handlungsbedingende Faktoren wie Motivation, Stimmung, Einstellung oder Erwartung aus einer individuellen Handlung heraus dann bleibt die schlicht-konkrete Handlung übrig, die nun näher betrachtet werden kann. Ausgehend davon, dass das direkt beobachtbare Moment dieser Handlung nun aus einer einzelnen Kommunikation besteht, die hierbei von einer Person zur anderen getätigt wird, kann man diese Kommunikation als Ausgangspunkt der fortlaufenden Geschichte bezeichnen. Geschichte stellt demzufolge eine schiere Aneinanderreihung von diesen getätigten bzw. vollzogenen Kommunikationen dar, die in der je ständigen Verantwortung der diese Kommunikation ausübenden Person liegen. Anders ausgedrückt kann man von der je in Echtzeit ablaufenden Geschichtsschreibung sprechen, für die eine jede Person selbst verantwortlich gezeichnet werden kann.

Die Entscheidung ist hiernach also der zentrale Dreh- und Angelpunkt von Veränderung und kann Weiterlesen

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Der Implex – Dietmar Dath, Barbara Kirchner

implex

Sozialer Fortschritt: Geschichte und Idee | Suhrkamp Verlag, Berlin 2012 | ISBN-13 9783518422649 | Kartoniert, 880 Seiten, 29,95 EUR

KLAPPENTEXT
Dieses Buch behauptet, dass jede Zeit, jede Handlung, jeder Gedanke tatsächlich mehr Möglichkeiten der Selbstverbesserung enthält, als man auf den ersten Blick sieht. Den inneren Zusammenhang dieser verborgenen Freiheitsgrade nennt das Buch „Implex“. Das Wort bezeichnet ein Modell, mit dem man erklären kann, wie Fortschritt in den Mühen tatsächlicher Menschen verwirklicht wird. Es macht verständlich, warum nur Epochen, die sich bestimmte Irrtümer erlauben, auch bestimmte Wahrheiten finden können, und es zeigt, dass die Aufklärung der Gegenwart Werkzeuge der Emanzipation vererbt hat, von denen sie selbst gar nichts wusste.

Lesen Sie den Originalartikel

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2012
Die Lektüre von Dietmar Daths und Barbara Kirchners neuem Buch „Der Implex“, in dem sie die Geschichte und Idee des sozialen Fortschritts untersuchen, hat Rezensent Jörg Später zugegebenermaßen einige Mühen gekostet, dennoch hat er dieses sehr anschauliche „intellektuelle Gewitter“ mit Vergnügen gelesen. Der Kritiker würde das Werk am liebsten in „Wie wir doch noch den Kommunismus retten können“ umbenennen, denn anhand einer Untersuchung von Wissenschaft, Technik, Geschichte, Künste, Politik und Philosophie liest er hier Weiterlesen

Big History – Eine systematische Reise durch die Weltgeschichte

David Christian, ein studierter anglo-amerikanischer Historiker, beschäftigte sich in seiner Vergangenheit vorwiegend mit Russland und dessen kulturellen Erscheinungen. Neben seinen Forschungen zur Geschichte des Wodkas, bildeten russische Genealogien für einige Zeit seine Leidenschaft. In jüngster Zeit entschied er sich jedoch für eine Verlagerung seines Interessensschwerpunktes: Er konzentrierte sich zunehmend mehr auf die Weltgeschichte, initiierte in diesem Zusamenhang Weiterlesen

Jörn Rüsen – Kann gestern besser werden?

Jörn Rüsen

Kann gestern besser werden? Essays zum Bedenken der Geschichte Buchcover

Kadmos Kulturverlag | Berlin 2002 Gebunden | 160 Seiten, 16,90 EUR

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Klappentext

Die vier in diesem Buch versammelten Essays werfen die alte Frage nach dem Endzweck der Geschichte in der neuen Perspektive einer Ethik des historischen Denkens auf. Weiterlesen