Entscheidungen als Urmoment von Veränderung

Die Frage jeglicher Kritik, die Ausrede jeglichen Nicht-anders-habe-handeln-könnens, das Statement eines jeden Weiter-sos liegt genuin verhaftet in einer Handlungsabfolge eigenen Entscheidens. Dieser Überlegung folgend kann davon ausgegangen werden, dass die Entscheidung die Wurzel von Veränderung und positiv konnotiert gar Verbesserung darstellt. Wie lässt sich dies begründen und damit handlungs- und erfolgreich umsetzen?

Rechnet man soziostrukturelle wie beispielsweise ökonomische, soziale und kulturelle Ressourcen sowie individuell handlungsbedingende Faktoren wie Motivation, Stimmung, Einstellung oder Erwartung aus einer individuellen Handlung heraus dann bleibt die schlicht-konkrete Handlung übrig, die nun näher betrachtet werden kann. Ausgehend davon, dass das direkt beobachtbare Moment dieser Handlung nun aus einer einzelnen Kommunikation besteht, die hierbei von einer Person zur anderen getätigt wird, kann man diese Kommunikation als Ausgangspunkt der fortlaufenden Geschichte bezeichnen. Geschichte stellt demzufolge eine schiere Aneinanderreihung von diesen getätigten bzw. vollzogenen Kommunikationen dar, die in der je ständigen Verantwortung der diese Kommunikation ausübenden Person liegen. Anders ausgedrückt kann man von der je in Echtzeit ablaufenden Geschichtsschreibung sprechen, für die eine jede Person selbst verantwortlich gezeichnet werden kann.

Die Entscheidung ist hiernach also der zentrale Dreh- und Angelpunkt von Veränderung und kann Weiterlesen

Advertisements

Transkulturelle Differenzreflexion

Migrationsdiskurse in ihrer Formfalle und ein möglicher Ausweg

Die Debatten, Diskurse, Pöbel- sowie Raufereien auf dem Schlachtplatz der kulturellen Distinktionskämpfe haben trotz aller medialstruktureller Wellenförmigkeit seit den prominenten Thesen aus dem Jahre 2010 gewissermaßen Hochkonjunktur. Man grenzt aus, kategorisiert und unterscheidet schlichtweg dominant im Schema Dort und Drüben, Hier und Da, Ich und Du, Wir und die Anderen, Kultur und Nicht-Kultur bzw. Gleich und Anders. Kaum ein öffentlicher Dialog der sich selbst beschreibenden Wissensgesellschaft kommt um diese Distinktionskategorien, diese komplexitätsreduzierenden und zugleich trendhaften Mainstream-Blaupausen herum und muss, sofern er sich denn eben im Rahmen politischer Korrektheit nicht selbst desavouiren möchte, zumindest holzschnittartig Weiterlesen

Zwei sehr tolle Beiträge zum gegenwärtigen ordinär-inreflektiven Konsumverhalten

Humorvoll verpackte Kritik an Zuständen der westlich-industrialisierten Länder sind immer wieder nett anzusehen. Sind sie dazu noch gut gemacht und treffen die Umstände auf den Kopf, empfehlen ich sie auch sehr gerne weiter. Schaut euch diese tollen Beiträge über Sony und das iPhone bzw. aktuelle Smartphones Weiterlesen

Ein Konterfei moderner medial-monetär geprägter Persönlichkeiten der Öffentlichkeit | Nicht nur eine Bundespräsidenten Geschichte

Ist es für jemanden, der nicht gelernt hat eigenständig zu denken, der ständig angewiesen ist auf Redenschreiber und Meinungsgeber um sich positionieren zu können, notwendig oder gar unausweichlich, sich über andere Medien bzw. Sprachrohre Gehör und Anerkennung zu verschaffen?

Das Bild von dem Herren, der mal bundespräsidentierte, ist in dieser formulierten Hinsicht nachhaltig festgeschrieben. Und in meinen Augen spiegelt die Persönlichkeit (siehe bereits an dieser Stelle ausgeführt) dieses angeblichen Vorbildes der Nation, eine Tendenz wieder, die sich ganz der Logik der Medien und des Geldes speist – und scheinbar nicht mehr entziehen kann. Leitmotive und Idealidentitäten werden angelehnt an medial und Weiterlesen

Jörg Scheller – No Sports!

Jörg Scheller

No Sports! – Zur Ästhetik des Bodybuldings

Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2010 | ISBN-10 3515097139 | Gebunden, 267 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Bodybuilder werden oft belächelt. Dabei verraten sie viel über unsere ästhetisierte, körperfixierte, perfektionistische Lebenswelt und deren Ursprünge. In einem großen kunstwissenschaftlichen und philosophischen Panorama deutet Jörg Scheller Bodybuilder als postmoderne Bildhauer, die an eine zentrale Idee von Neuzeit, Aufklärung und Moderne anknüpfen: Weiterlesen

Eine Ode an Legitimation durch Verfahren

Wie anders, so könnte man sich fragen, sollen komplizierte Entscheidungen, an denen unzählige Stimmen, Standpunkte und darüber hinaus natürlich auch Personen beteiligt sind, getroffen werden, denn durch Diskurs oder Disput?

Wie anders, so könnte man sich auch weiter fragen, können solche Entscheidungen, die ein Gros an Kollektiven bindend oder zumindest einschneidend beeinflussend betrifft, eine solch imperative Wirkung entfalten, denn innerhalb von mehrheitlich legitimiert auserkorenen Organisationen?

Und wie anders, so könnte man sich abschließend noch fragen, kann eine Gesellschaft strukturiert sein, um solche Organisationen sich herausbilden zu lassen, denn liberal-emanzipiert und demokratisch?

Eine sinnvolle Antwort hierauf zu finden ist schwer. Man kann es jedoch mit Vorschlägen und quergedachten rückwärtsaufrollenden Alternativen versuchen, die nicht direkt auf der Hand liegen. Doch hierzu bedarf es zuerst einer Erläuterung der von mir vermuteten, meist nicht bemerkten Schwachstellen dieser drei elementaren gesellschaftlichen Einrichtungen:

Ein Diskurs hat in der Regel hegemoniale und dadurch zumeist auch auf Stimmen begrenzte Strukturen, die nicht jede Person daran teilhaben lassen und zudem auf eine Konsensbildung hin ausgerichtet sind. Kollektiv bindende Konsensentscheidungen werden in aller Regel durch gewählte Politiker getroffen, die solche Entscheidungen ans sogenannte Volk bzw. an die Bürger kommunizieren. Die Einigungsfindung oder zumindest das pragmatisch handhabbare, für weitere Operationen offene Ergebnis jener Diskurse stellt zumeist also eine Top-Down Hierarchie dar, an der nur sehr vereinzelt legitime Stimmen partizipieren. Die Entscheidung selbst entsteht zwar auf zumindest formell liberal-demokratischen Wegen, jene diesen Zusammenschlüssen zugehörigen Personen sind jedoch vereinzelte, minimale Repräsentanten.

Diese Repräsentanten leiten direkt zu Punkt 2 über: die mehrheitlich legitimiert auserkorenen Organisationsmitglieder sprich: zumeist Politiker, die an solch geführten Diskursen maßgeblich beteiligt sind. Konstitutives Merkmal einer repräsentativen Demokratie ist nun mal eine gewählte Personengruppe, die über andere entscheidet. Die – um es eindringlicher zu formulieren – die Entscheidungsgewalt als alleiniger Träger in Form von Stimmrechten besitzt, über uns andere zu entscheiden. Ein sich mir offenbarendes Problem dieser repräsentativ-begrenzt und sehr exklusiv gehaltenen ‚Entscheidungsrunden‘ zeigt sich nun in modernen global zusammenwachsenden nationsäquivalenten Zusammenschlüssen sämtlicher Territorialregionen der Welt immer stärker. Jene Zusammenschlüsse nehmen nämlich Überhand: Wählt man nun im Folgenden eine territorial eurozentrierte Argumentationsweise, so wird leicht ersichtlich, dass neben Bundespolitischen Entscheidungen auch solche Entscheidungen konsensual verhandelt werden müssen, die jenen nationalbezogenen überlagert, zumindest quergelagert scheinen. Die Bundesregierung verhandelt nebst des Europäischen Rats, sowie Parlaments, der Nato, der UNO, sowie dem GATT neben- oder durcheinander. Auf allen diesen Ebenen müssen tagtäglich Entscheidungen gefällt werden, die aufgrund steigender Komplexität sämtlichen Sozialens gleichfalls an Komplexität zunehmen.

[In Progress]

Ein kurzes Plädoyer für mehr Komplexität in Unterhaltungen

Wie oft erlebt ihr es, dass Mitmenschen vor lauter Verkürzungen und Stereotypen, Herunterbrechungen und Schlagworten die Welt verkennen? Ich nahezu täglich!

Die Welt besteht nunmal aus Komplexitätsreduktion, könnte man schlagfertig antworten und hätte recht. Denn anders, als mit solchen Werkzeugen ist es dem homo solitus anscheinend nicht möglich ein gegenseitiges Verstehen zu erzeugen. Während kurzer Tête-à-têtes, Kneipengesprächen, netten Unterredungen in freizeitlichen Umgebungen virtuell oder real, und besonders natürlich auch in beruflichen Kontexten und Gesprächen in technisch vermittelten Räumen: Im Internet und durch das Fernsehen. Man beschränkt sich auf das Wesentliche, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, auf die Spitze des Verstehens-Eisbergs um – und das ist meine Behauptung – Verstehen zu evozieren. Das Verstehen des Gegenübers. Oder?

Ich wage mich nun aus dem Fenster zu lehnen und Weiterlesen