Mark Z. Danielewski – Only Revolutions

Mark Z. Danielewski - Only Revolutions

Die Demokratie von Zweien, dargelegt und chronologisch angeordnet | Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2012 | ISBN-13 9783608501230 Gebunden, 360 Seiten, 24,95 EUR

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Aus dem Amerikanischen von Gerhard Falkner und Nora Matocza. Die Liebesgeschichte von zwei Jugendlichen – Haley und Sam – die quer durch den amerikanischen Kontinent und die Zeit unterwegs sind. Ein Buch, das von beiden Seiten gelesen werden kann: von vorne nach hinten und von hinten nach vorne. Das Schicksal der Liebe von Sam und Haley ist das Leben. Das Leben, dem sie zu entkommen versuchen. Bei ihrem Trip quer durch die USA verfolgt sie stets das Schicksal der Geschichte, nicht nur der amerikanischen, sondern der Weltgeschichte. Als ewig Sechzehnjährige reisen sie durch zweimal hundert Jahre, vom amerikanischen Bürgerkrieg bis zum Kalten Krieg und von der Bürgerrechtsbewegung bis zum Irakkrieg. Zwei junge Liebende, die ihrem Schicksal entgegentreiben.

Leseprobe beim Klett-Cotta Verlag

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.03.2012

Soll er so weitermachen, Mark Z. Danielewski, meint Robert Matthias Erdbeer. Wenn das Ende der Popliteratur, das was danach kommt, so aussieht, so versponnen, sinnig, so drastisch eklig und sprachlich anspruchsvoll, dann bitte gern! Dabei hat der Autor seinen Vorgängerroman an avantgardistischer Extravaganz noch überflügelt, staunt Erdbeer, typografische Exzesse deluxe, und vom Plot bleibt nicht viel übrig. Doch ob das rockt, möchte Erdbeer schon auch wissen, und so erkennt er schließlich: Hinter dem Dada eines durchgeknallten Summer of Love steckt mehr. Die Protagonisten (16 Jahre alt) schreiben nicht nur ein Weltgedicht, am Rand tagt immer auch das Weltgericht und versorgt den Leser mit allen erdenklichen Nachrichten und Tagesgeschehen. Bleibt dem Rezensenten noch, den Übersetzern zu gratulieren zu einer Arbeit, die dieses komplizierte, antirealistische Roadmovie in die richtigen Worte kleidet.

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Fritz Breithaupt – Kultur der Ausrede


Fritz Breithaupt - Kultur der Ausrede

Suhrkamp Verlag, Berlin 2011 | ISBN-13 9783518296011 | Kartoniert, 235 Seiten, 12,00 EUR

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Warum erzählen Menschen? Wie haben sie Erzählen gelernt? Welche kulturellen Leistungen sind mit dem Erzählen verbunden? Und was ist Erzählen überhaupt? Auf diese Fragen gibt Fritz Breithaupt eine verblüffende Antwort. Erzählen erlaubt es, Ausreden vorzutragen. Wer eine Ausrede hat, kann den Kopf aus der Schlinge ziehen. Das Wesen der Ausrede besteht darin, neue, meist komplexere Beschreibungen für bereits beurteilte Handlungen zu liefern. In der ersten Ausrede der Menschheitsgeschichte bekennt Adam zwar, dass er den Apfel aß, bestreitet aber seine Verantwortung, da Eva ihm die Tat eingeflüstert habe. Beginnend mit dieser Urszene, verfolgt das Buch die ineinander verschlungenen Pfade von juristischer Verantwortung und Literatur und zieht dabei auch evolutionsbiologische Erkenntnisse heran.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2012

Sehr anregend, aber nicht restlos überzeugend fand Thomas Groß Fritz Breithaupts Abhandlung „Kultur der Ausrede“, in der er aus der Ausrede eine Erzähltheorie zu entwickeln versucht. Nach dem in Bloomington lehrenden Literaturwissenschaftler ist die Ausrede eine Entgegnung auf eine Anklage, die einer Weltsicht eine andere entgegensetzt, wie das Erzählen eben auch, erklärt der Rezensent. Der Autor begibt sich auf kognitionswissenschaftliches Gebiet, operiert mit Narrations- und Sprachtheorie, vertieft sich in Psychologie und Evolutions- und Verhaltensbiologie, um seine Theorie des Erzählens zu untermauern, stellt Groß fest. Nicht immer findet er die herangezogenen Argumente wirklich plausibel oder nachvollziehbar miteinander verbunden. Was ihm an diesem Versuch aber sehr sympathisch ist, ist, dass der Autor keinen „großen Wurf“, sondern einen leichtfüßigen Essay darbietet und als solchen hat der Rezensent ihn offensichtlich gern gelesen. Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.deGebraucht finden bei abebooks

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Charles Dantzig – Wozu lesen?

Charles Dantzig

Wozu lesen?

Charles Dantzig - Wozu lesen?Steidl Verlag, Göttingen 2011 | ISBN-13 9783869303666 | Gebunden, 208 Seiten, 16,00 EUR

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Aus dem Französischen von Sabine Schwenk. Kleine Feuilletons zu einer großen Frage. In leichtem und äußerst unterhaltsamem Ton verteidigt Charles Dantzig eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Wozu lesen? ist das leidenschaftliche Plädoyer eines Granden der französischen Kulturszene für die Lektüre in einer von Bildern dominierten Welt. Elegant und charmant wirbt er für die Literatur als Stimulanz unserer Intelligenz und als Schlüssel zur Welt. Wozu lesen? ist die erste deutsche Veröffentlichung von Dantzig, der französischen Stilikone im Feld der Literatur.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2012

Kann gut sein, dass Charles Dantzig als Junge in einen „Kessel mit Esprit“ gefallen ist, freut sich Niklas Bender, der einfach hingerissen ist von diesen Essays des französischen Romanciers und Essayisten. Von den vielen geistreichen Gedanken, die er in diesem Band gefunden hat, gibt Bender in seiner Besprechung beredt Zeugnis. Offenbar belässt es Dantzig nicht dabei, das Buch gegen den Medienwandel zu verteidigen: Er spottet über Maximen, ätzt gegen Celine und dessen Leser, behauptet Stendhals Überlegenheit über Flaubert und erklärt, was ein Franzose ist („ein Mensch, der wissen will, wer mit wem schläft, um daraus Ursachen abzuleiten“). Dass Bender darüber klar wird, was das Lesen als Lebensform zu bieten hat, lässt sein Lese- und Rezensentenherz höher schlagen.

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